Cookbook: erweiterte Anwendungsfälle
Die Beispiele bauen auf dem Walkthrough zur eigenen Sammlung auf. Jedes Rezept beschreibt eine kleine, wiederverwendbare Konfiguration.
Mehrere Personen an einer Fotografie
Abschnitt betitelt „Mehrere Personen an einer Fotografie“Eine Fotografie kann eine Fotografin, einen Auftraggeber und eine abgebildete Person haben. Lege im Relationsvokabular dafür getrennte Typen an, etwa „fotografiert von“, „beauftragt von“ und „zeigt“. Lege dann entweder je ein Relationsfeld an, wenn die Rollen dauerhaft zum Formular gehören, oder nutze für seltene Einzelfälle die Beziehungen-Karte.
Das Feld „Fotograf:in“ darf wiederholbar sein. Jede ausgewählte Entität wird mit demselben Relationstyp verknüpft. Für verschiedene Rollen braucht es verschiedene Relationstypen, keine Notiz im Personennamen.

Interne Angaben getrennt von öffentlichen Metadaten halten
Abschnitt betitelt „Interne Angaben getrennt von öffentlichen Metadaten halten“Für Restaurierungsnotizen, interne Kontaktangaben oder noch ungeprüfte Provenienz ein eigenes Schemafeld anlegen und Öffentlich über APIs ausgeben deaktivieren. Der Wert bleibt in der Admin-UI sichtbar, wird aber nicht an das Portal, anonyme API-Antworten, OAI-PMH oder IIIF ausgegeben.
Die Darstellung auf einer Portal-Detailseite ist keine Zugriffskontrolle. Die Option zur öffentlichen Ausgabe entscheidet darüber, ob ein Wert den geschützten Bereich überhaupt verlässt.

Unscharfe Datierung erfassen
Abschnitt betitelt „Unscharfe Datierung erfassen“Das Datumsfeld speichert konkrete ISO-Angaben wie 1923, 1923-05 oder 1923-05-14. Für „um 1920“ oder einen Zeitraum kein Freitextdatum erfinden. Lege eine Feldgruppe datierung an, darin ein Datumsfeld und ein Vokabularfeld typ mit Werten wie exakt, circa, vor, nach und undatiert. Für einen Zeitraum sind zwei Datumsfelder von und bis klarer.
Die komplette Konfiguration, auch für BCE-Daten, steht in der Schema-Verwaltung.
Erwerbung und Restaurierung als Vorgänge
Abschnitt betitelt „Erwerbung und Restaurierung als Vorgänge“Für einen Erwerbungsvorgang ein Objekt zunächst mit Sammlungsstatus In Bearbeitung anlegen. Im Vorgangstyp acquisition können Felder wie Erwerbungsart, Kaufpreis oder Beschlussnummer angelegt werden. Beim Abschluss schlägt Katalon den Objektstatus Aktiv vor.
Bei einer Restaurierung (conservation) werden Befund, Maßnahmen und Werkstatt als Felder und Beziehungen erfasst. Mehrere Restaurierungen am selben Objekt sind möglich. Beim Abschluss schlägt Katalon für diesen Typ keinen Sammlungsstatus vor, weil eine Restaurierung nicht automatisch über die Verfügbarkeit entscheidet.

Eigene Vorgangstypen für lokale Abläufe
Abschnitt betitelt „Eigene Vorgangstypen für lokale Abläufe“Ein Haus kann etwa condition_check für eine Zustandsprüfung anlegen. Unter Konfiguration → Subtypen einen Vorgangstyp mit deutschem und englischem Label erstellen; danach im Schema nur für diesen Typ Felder wie Prüfdatum, Ergebnis und nächste Prüfung anlegen.
Eigene Vorgangstypen haben keinen automatischen Sammlungsstatus und keine Sperre gegen parallele Vorgänge. Falls der Ablauf eine Regel braucht, muss sie fachlich durch das Team organisiert oder später gezielt als Produktfunktion ergänzt werden.
Tabellenimport ohne Datenverlust vorbereiten
Abschnitt betitelt „Tabellenimport ohne Datenverlust vorbereiten“Vor einem Import die Ziel-Felder und Vokabulare anlegen. Im Importer Spalten zuordnen, die Vorschau lesen und immer einen Probelauf ausführen. Erst wenn Pflichtfelder, Trennzeichen und Transformationen stimmen, wird importiert.
Für ein Feld mit mehreren Farbwerten in einer Zelle ist die Transformation split mit ; passend. Für ein kontrolliertes Vokabular zuerst die Terme importieren und anschließend vocab_map verwenden. Beziehungen entstehen nicht durch einen Namen in einer CSV-Spalte; dafür braucht es eine passende Auflösungs- oder Anlege-Regel im Importablauf.

Die einzelnen Import-Schritte stehen unter Metadaten- und Medienimport.
Maschinenlesbare Lizenzen und Rechteangaben (ECHOES / FAIR)
Abschnitt betitelt „Maschinenlesbare Lizenzen und Rechteangaben (ECHOES / FAIR)“Internationale Metadaten- und Interoperabilitätsstandards (wie ECHOES D6.2 REQ-META-002, Europeana, Deutsche Digitale Bibliothek oder Open-Access-Leitlinien) verlangen für jeden publizierten Datensatz ein maschinenlesbares Lizenz- oder Rechte-Statement.
Warum kein Freitextfeld (text)?
Abschnitt betitelt „Warum kein Freitextfeld (text)?“Ein reines Textfeld (z. B. text mit Werten wie „CC-BY 4.0“, „Creative Commons“, „Public Domain“ oder „Frei für wissenschaftliche Nutzung“) ist nicht maschinenlesbar:
- Externe Harvester, OAI-PMH-Aggregatoren und Repositorien können Schreibweisen, Tippfehler oder unterschiedliche Sprachvarianten nicht zuverlässig auswerten.
- Semantische Export-Schnittstellen (JSON-LD, RDF/Turtle, SPARQL) können kein standardisiertes Lizenz-Prädikat mit dereferenzierbarer URI erzeugen.
Empfohlene Modellierung: Kontrolliertes Vokabular (vocab)
Abschnitt betitelt „Empfohlene Modellierung: Kontrolliertes Vokabular (vocab)“Für Lizenzangaben wird der Feldtyp vocab verwendet. Dadurch ist die Erfassung strikt an qualitätsgesicherte Begriffe mit kanonischen URIs gebunden.
Schritt 1: Lizenz-Vokabular anlegen
Abschnitt betitelt „Schritt 1: Lizenz-Vokabular anlegen“- Öffne die Admin-UI und navigiere zu Konfiguration → Vokabulare.
- Klicke auf Neues Vokabular:
- Name:
licenses - Bezeichnung (DE):
Lizenzen & Nutzungsrechte - Bezeichnung (EN):
Licenses & Rights
- Name:
- Lege die in deiner Institution zulässigen Lizenzen als Begriffe an. Trage dabei im Feld Kanonische URI die offizielle Lizenz-URI von Creative Commons bzw. RightsStatements.org ein:
| Begriff (Label DE) | Label EN | Kanonische URI (canonical_uri) |
Bedeutung / Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Gemeinfrei (CC0 1.0) | Public Domain Dedication (CC0 1.0) | https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/ |
Vollständig rechtefrei, Metadaten-Standard |
| Namensnennung (CC BY 4.0) | Attribution (CC BY 4.0) | https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ |
Standard Open Access |
| Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen (CC BY-SA 4.0) | Attribution-ShareAlike (CC BY-SA 4.0) | https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ |
Abgeleitete Werke unter gleicher Lizenz |
| Namensnennung - Nicht kommerziell (CC BY-NC 4.0) | Attribution-NonCommercial (CC BY-NC 4.0) | https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/ |
Nur nicht-kommerzielle Nachnutzung |
| In Copyright (InC 1.0) | In Copyright (InC 1.0) | http://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/ |
Urheberrechtlich geschützt, keine Nachnutzung ohne Erlaubnis |
| Urheberrechtsschutz erloschen (NoC-NC 1.0) | No Copyright - Non-Commercial (NoC-NC 1.0) | http://rightsstatements.org/vocab/NoC-NC/1.0/ |
Gemeinfrei, vertraglich nur nicht-kommerziell nachnutzbar |
Schritt 2: Schema-Feld definieren
Abschnitt betitelt „Schritt 2: Schema-Feld definieren“- Navigiere zu Konfiguration → Schemata und wähle den Primärtyp (z. B. Objekte).
- Klicke auf Neues Feld:
- Name:
license - Bezeichnung (DE):
Lizenz - Bezeichnung (EN):
License - Feldtyp:
vocab - Vokabular: Wähle
Lizenzen & Nutzungsrechteaus. - Öffentlich über APIs ausgeben: Aktiviert lassen.
- Name:
- Unter Erweiterte Optionen → Metadaten-Export:
- Mappe das Feld auf das Dublin-Core-Element
dcterms:license(oderdc:rights).
- Mappe das Feld auf das Dublin-Core-Element
Schritt 3: Rechteangaben bei Medien (Digitalisaten)
Abschnitt betitelt „Schritt 3: Rechteangaben bei Medien (Digitalisaten)“Medien-Datensätze (Bilder, Scans, Digitalisate) verfügen in Katalon bereits über ein integriertes Feld für Lizenz und Rechteinhaber. Wenn ein analoges Objekt und dessen Digitalisat unterschiedlichen Rechten unterliegen (z. B. historisches Objekt gemeinfrei, Repro-Fotografie lizenziert nach CC BY), wird die Objektlizenz über das Schemafeld license und die Bildlizenz direkt am Mediendatensatz erfasst.